Daten und Fakten:
  • Staatsform: Volksrepublik
  • Regierungsform: Einparteiensystem
  • Hauptstadt: Hanoi
  • Amtssprache: Vietnamesisch
  • Einwohnerzahl: ca. 90 Millionen,
  • Fläche: 331.698 km²
  • Währung: Đồng (VND)
  • Staatsoberhaupt: Präsident Truong Tan Sang
  • Religionen: Buddhisten (ca. 20 Millionen), Katholiken (ca. 6,2 Millionen), Protestanten (ca. 1 Million) und weitere kleinere Religionsgemeinschaften

Geschichte Geographie und Wirtschaft Vietnams

Kampf um Unabhängigkeit – eine Retrospektive

Die gesamte Geschichte Vietnams ist geprägt vom Kampf um die Unabhängigkeit. Fast 1000 Jahre lang hatten die Chinesen die Vorherrschaft über das Land, erst im 10. Jahrhundert erfolgte eine Befreiung von China. Ende des 18. Jahrhunderts übten die Franzosen bereits großen Einfluss auf das vietnamesische Kaiserreich aus - ein Einfluss, der 1883 in der französischen Kolonialherrschaft mündete und schließlich- durch den immer weiter wachsenden Widerstand der Bevölkerung- 1946 auch zum ersten Vietnamkrieg führte. Nach der Niederlage Frankreichs wurde das Land durch das Genfer Abkommen geteilt: im Norden übten fortan die Kommunisten Ho Chi Minhs und im Südvietnam Ngo Dinh Diem die Macht aus. 1960 wurde die „Nationale Befreiungsfront“ (Vietcong) vom Südvietnam ins Leben gerufen und zunehmend auch vom Norden unterstützt. 1963 wird Diem von den USA aufgrund seiner zunehmend diktatorischen Haltung ins Visier genommen und vom Geheimdienst CIA durch einen Militärputsch getötet. Es folgten verschiedene Militärjuntas und steigende Spannungen im Land, die 1964 ihren Höhepunkt erzielten: die USA bombardierten Nordvietnam und eröffneten damit der Vietnam-Krieg. Die Amerikaner wollten um jeden Preis eine Ausweitung des Kommunismus verhindern und gingen mit äußerster Brutalität vor. Der ungebrochene Widerstand der Vietnamesen, internationale Protestbewegungen und die ablehnende Haltung zur Kriegsführung im eigenen Land führten schließlich 1973 zum Pariser Waffenstillstandsabkommen und zum Abzug aller US-Truppen. Südvietnam kapituliert 1975 und wird Teil des Nordens, der Sozialistischen Republik Vietnam. Die schwerwiegenden Folgen des Krieges sind auch heute noch nicht überwunden. Millionen Tote und Verletze, zerstörte Städte und Industrien und eine vergiftete Umwelt –das Saldo der amerikanischen Ambitionen. Vietnam kommt nicht zur Ruhe, denn auch nach seiner Unabhängigkeit 1976 folgen diverse Konflikten mit Kambodscha und China, die das Land international isolierten. Das von den USA verhängte Wirtschaftsembargo tat sein übriges. Erst 1986 änderte die Regierung ihren Kurs und führte grundlegende Reformen ein. Trotz der Erneuerungspolitik „doi moi“ und guter Wachstumsraten leidet das Land noch immer unter den massiven Kriegsschäden. 

Reis & Kaffee stärken die Wirtschaft

Die vietnamesische Wirtschaft verzeichnete in den letzten Jahren Wachstumsraten von 7-8%, was auf die sogenannte Doi Moi-Politik zurückführen ist. Nach Jahren von Krieg und Zerstörung öffnete sich das Land ab 1986 in Richtung „sozialistische Marktwirtschaft“ und erlebte einen glänzenden wirtschaftlichen Aufschwung. Von der Wirtschafts-und Finanzkrise 2008/09 erholte sich Vietnam zwar relativ schnell, jedoch schoss die Inflationsrate durch die Absenkung des Dong rasant nach oben. Dies führte im August 2011 mit einem Konsumgüterpreisindex von 23% zur größten Verteuerung in ganz Asien. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist nach wie vor der Agrarsektor, da mehr als die Hälfte der Bevölkerung dort tätig sind. Vietnam zählt heute zum zweitgrößten Reisexporteuer der Welt. Daneben gilt das Land seit kurzem auch als stärkster Kaffeeexporteur- mit Deutschland als größten Abnehmer. Vietnam verfügt über große Erdöl-und Erdgasvorkommen, deren Förderung nun stark ausgebaut werden sollen. Außerdem plant die Regierung in Zusammenarbeit mit Japan, Russland und Südkorea den Bau von 14 Atomkraftwerken, um den steigenden Energiebedarf decken zu können.

Vietnams Ländergrenzen

Vietnam grenzt im Westen an die Demokratische Volksrepublik Laos, im Norden an die südchinesischen Provinzen Yunnan und Guangxi und im Südwesten an Kambodscha. Das schmale Land erstreckt sich auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen dem Golf von Thailand und dem Südchinesischen Meer.