Trekking zu den Bergvölkern

Auf 1.650 m über dem Meeresspiegel im abgelegenen Nordwesten Vietnams liegt die ehemalige französische Bergstation Sapa. Die Region ist sowohl für seine zerklüftete Landschaft als auch für seine kulturelle Vielfalt bekannt. Sapa ist eine malerische Stadt im Hoang Lien Son-Gebirge, welches in der Nähe der chinesischen Grenze liegt und auch als „Tonkinesische Alpen" bekannt ist. Der Ort ist Heimat vieler ethnischer Volksstämme und bezaubert durch wunderschöne Reisterrassen, üppige Vegetation und den höchsten Gipfel Indochinas, den Phan Si Pang (Fansipan). In der jüngsten Vergangenheit hat Sapa bei Touristen an Popularität gewonnen und ist zu einem touristischen Hotspot geworden. Dennoch ist der Ort ein hervorragender Ausgangspunkt für Trekkingtouren in die atemberaubende umliegende Berglandschaft und bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten zu den kleinen Dörfern der H‘mong.

Ethnische Minderheiten der Bergregion

Viele ethnische Minderheiten leben in und um Sapa. Abgesehen von den vietnamesischen Kinh gibt es acht verschiedene Gruppen: H'mong , Dao, Tay, Giay, Muong, Thai, Hoa (Chinesen) und Xa Pho (eine Untergruppe der Volksgruppe Phu La). Jedoch umfassen die letzten vier Gruppen weniger als 500 Personen.

Viele ältere Frauen stellen in Handarbeit traditionelle Kleidung sowie Kunstgegenstände her und verkaufen diese an Touristen. Suchen Sie das Gespräch, viele sprechen erstaunlich gut Englisch. Häufig zieht dies jedoch unzählige weitere Verkäufer an, die alle ein Geschäft wittern.

Kinder aus diesen ethnischen Minderheitsgruppen unterstützen durch den Verkauf von Schmuck häufig ihre Familien. Oftmals laufen sie mehrere Stunden zu Fuß in die Stadt, um dort Silberschmuck, bestickte Kissenbezüge oder Freundschaftsbänder an Touristen zu verkaufen. Am Ende des Tages gehen sie entweder zu Fuß zurück oder lassen sich von einem Motorrad in ihr Dorf bringen. Manche schlafen sogar auf dem Markt in Sapa. Unterstützen Sie die Kinderarbeit nicht, kaufen Sie lieber von Erwachsenen.

Aktivitäten in der Region

Wenn Sie nicht die Absicht haben, die Landschaft rund um Sapa auf eigene Faust zu erkunden, können Sie sich einer Tour anschließen oder Sie buchen einen privaten Führer der einheimischen Bergvölker, der Ihnen die Umgebung zeigt. Dies ist auf jeden Fall empfehlenswert, da es kaum Beschilderungen der Wanderwege gibt und die Führer zudem viele interessante Geschichten über den Alltag und das Leben ihres Stammes erzählen. Zudem stellen die Einnahmen aus dem Tourismus für die Bergvölker eine wichtige Einkommensquelle dar. In den meisten Dörfern werden Eintrittspreise verlangt. Beliebte Orte sind Lao Chai und Ta Van, in der Nähe von Sapa. Ta Giang Phình und Ban Khoang sind weniger touristisch, aber viel weiter von Sapa entfernt. Weitere Dörfer, die einen Besuch lohnen sind Sín Chai, Ma-Tra und Ta Phin.

Das Dorf Cat Cat liegt nur ein paar Kilometer zu Fuß von Sapa entfernt und kann leicht auf eigene Faust besucht werden. Diese Wanderung bietet eine gute Möglichkeit, die vietnamesische Landwirtschaft und einige Tiere zu beobachten. Zudem hat man eine tolle Aussicht. Der Weg zurück kann etwas beschwerlich sein, da der Weg recht steil ist. Auf der Straße trifft man aber immer auf Einheimische, die Sie auf Motorrädern wieder mit zurück nach Sapa nehmen.

  Ein weiterer lohnenswerter Ausflug sind die Thac Tinh Yeu und Thac Bac Wasserfälle, die sich etwa 30 Minuten Fahrt von Sapa befinden.

Gönnen Sie sich zur Entspannung nach einer langen Trekkingtour eine traditionelle Thai Massage. Zahlreiche Geschäfte entlang der Hauptstraße der Stadt bieten preisgünstige Fuß-und Körpermassagen an.

Mit 3143m ist der Fansipan der höchste Berg Indochinas (Kambodscha, Laos und Vietnam) und liegt im Hoàng Lien Nationalpark. Wanderungen zum Gipfel dauern 1-3 Tage. Wir empfehlen eine 2- oder 3-Tagestour mit Übernachtung in einem kleinen Dorf auf 1500m oder in einem Nachtlager auf 2800m. Sie sollten einigermaßen fit sein, um den Aufstieg zu wagen.

Sapa Lake (5 min zu Fuß von der Kirche): Am See können Sie ein Tretboot mieten und über das Wasser schippern. Allerdings nur am Wochenende und wenn das Wetter gut ist.

Das Wetter in Sapa

Die beste Reisezeit für Sapa ist nicht ganz eindeutig zu bestimmen. Das Wetter ist recht schwer vorauszusagen. Generell liegen die Temperaturen hier etwa 10 bis 15 Grad unter den Temperaturen in Hanoi. Für eine Trekkingtour sind die Monate März und April empfehlenswert, da es im Frühjahr schon wieder wärmer wird (ca. 25 Grad) und es noch weitgehend trocken ist. Regenzeit herrscht von Mai bis September. Im Juli und August fällt der meiste Niederschlag. Prinzipiell ist Sapa dafür bekannt, dass sich das Wetter sehr schnell ändert. Nach einem klaren, sonnigen Tag kann schon mal ein trüber, nebliger Regentag folgen. Auch im November kann man noch ein paar schöne Tage erwischen, dananch wird es allerdings kühl und nass. Im Winter (Nov/Dez bis Feb) ist die Region häufig in Nebel gehüllt, die Reisfelder sind braun und leer da sie erst im Frühjahr bepflanzt werden und Wege sind schlammig und rutschig. Viele Hotels haben keine Heizung, daher sollten Sie möglichst warme Kleidung einpacken, wenn Sie im Winter nach Sapa reisen. 

Anreise

Sapa ist von Hanoi am besten per Nachtzug zu erreichen. Nach etwa 9 Stunden erreicht man in den frühen Morgenstunden Lao Cai. Von dort aus bringen Minivans Reisende nach Sapa (Fahrzeit ca. 1h).

Die Preise variieren je nach Art des Abteils (hard-sleeper, soft-sleeper oder Sitzplatz) und je nach Jahreszeit, in der Sie unterwegs sind. Wir empfehlen Ihnen die Buchung eines soft-sleeper Abteils. Diese bestehen aus insgesamt 4 Etagenbetten und verfügen über eine dünne Matratze, Decke, Kissen und Klimaanlage. Da die Klimaanlage häufig nicht regulierbar ist, sollten Sie warme Kleidung mit ins Abteil nehmen.

Die Reise im Nachtzug ist vielleicht nicht die komfortabelste, aber bietet eine authentische Möglichkeit Land und Leute kennen zu lernen. Viele Vietnamesen reisen ebenfalls auf diese Weise und manche freuen sich vielleicht über ein freundliches Gespräch.

Wenn Sie planen, den Bac Ha Markt am Sonntag zu besuchen, lohnt es sich, Ihre Ankunft in Lao Cai auf einen Sonntag zu legen und Bac Ha direkt im Anschluss zu besuchen. Der große, bunte Basar ist wesentlich größer als der Markt in Sapa und bietet allerlei Kunsthandwerk von ethnischen Bergvölkern, Bekleidung, Accessoires, Fleisch und Gemüse sowie Haushaltswaren.